Seit Mai 2025 setzen wir in Kooperation mit der Gesellschaft für Freiheitsrechte e.V. und mit Förderung durch die Robert Bosch Stiftung das Projekt „Unabhängige Beschwerdestelle für obdach- und wohnungslose Menschen“ um. Über einen Zeitraum von einem Jahr wurden eingehende Beschwerden systematisch erfasst und ausgewertet.
Am 15.06.2026 haben wir im Rahmen unserer Abschlussveranstaltung die zentralen Ergebnisse vorgestellt und gemeinsam mit Vertreter*innen bestehender Beschwerdestrukturen diskutiert.
Die Auswertung zeigt deutlich: Ein Großteil der Beschwerden weist auf mehrdimensionale strukturelle Problemlagen, intersektionale Diskriminierungen sowie Defizite im Rechtsschutz hin, viele Beschwerden können durch die aktuellen Beschwerdestellen nicht Fallführend abgedeckt werden. Mareile Dedekind (Gesellschaft für Freiheitsrechte) ergänzte diese Befunde um eine juristische Perspektive. Tino Kretschmann (Gangway e.V.) brachte wichtige Einblicke aus der Praxis der aufsuchenden Straßensozialarbeit ein, während Daniel Diekmann (IG Habersaathstraße) die komplexe Situation und strukturelle Entrechtung obdachloser Menschen in der Habersaathstraße 40-48 darstellte.
Im anschließenden Podiumsgespräch diskutierten Alexander Oerke (Bürger- und Polizeibeauftragter des Landes Berlin), Anya Lean (LADG-Ombudsstelle), Meike Caiulo-Prahm (Berliner unabhängige Beschwerdestelle) sowie Thomas Lindlmair (UfO Berlin) gemeinsam mit Mareile Dedekind zentrale Anforderungen an eine unabhängige Beschwerdestelle.
Im Fokus stand die Frage: Welche Voraussetzungen muss eine solche Stelle angesichts der komplexen Bedarfslagen erfüllen?
Deutlich wurde:
– Niedrigschwelliger Zugang ist essenziell
– Vertrauensvolle Beratung – idealerweise durch Peers – ist entscheidend
– Rechte der Betroffenen müssen schnell und wirksam durchgesetzt werden können
Hervorgehoben wurde zudem die Bedeutung einer engen und konstruktiven Zusammenarbeit mit bestehenden Strukturen. Ziel bleibt es, gemeinsam nächste Schritte zu entwickeln und Wege zu finden, wie die vielfältigen Problemlagen und Beschwerden obdach- und wohnungsloser Menschen in Berlin künftig besser aufgegriffen und effektiver bearbeitet werden können, um einen wirksamen Rechtsschutz sicherzustellen.
Wir bedanken uns bei allen Partnerorganisationen die uns in der Umsetzung des Projektes unterstützt haben.