Woche der Beschwerde vom 26. bis 30. Oktober 2026
Wohnungslosigkeit darf nicht Rechtlosigkeit bedeuten: Berlin braucht eine unabhängige Beschwerdestelle
Die Union für Obdachlosenrechte Berlin, die Dropout-Teams von Gangway und die Radtour für obdachlose Menschen dokumentieren Rechtsverletzungen und fordern eine unabhängige Beschwerdestelle für obdach- und wohnungslose Menschen. Parallel zur Woche der Beschwerde initiierte die UfO-Berlin eine Petition auf WeAct, der Petitionsplattform von Campact. Innerhalb von 12 Tagen haben bereits 6.600 Menschen die Forderung nach einer unabhängigen Beschwerdestelle unterstützt. Zu den Unterzeichnenden gehören auch 40 Organisationen als Erstunterzeichnende.
Berlin, 27.10.26– Aus Notunterkünften ausgeschlossen, von Behörden abgewiesen oder aus dem öffentlichen Raum verdrängt: Obdach- und wohnungslose Menschen in Berlin erleben immer wieder Situationen, in denen ihre Grundrechte missachtet werden. Doch viele dieser Erfahrungen bleiben unsichtbar. Wer sich gegen Diskriminierung und mögliche Rechtsverletzungen wehren möchte, findet nicht die notwendige Unterstützung.
Mit der zweiten Woche der Beschwerde im Jahr 2026 wollen UfO Berlin, die Dropout-Teams von Gangway und die Radtour für obdachlose Menschen Berlin diese Missstände sichtbar machen. Vom 26. bis 30. Oktober 2026 suchen die beteiligten Teams obdach- und wohnungslose Menschen an ihren Aufenthaltsorten auf, führen Gespräche und nehmen mithilfe standardisierter Fragebögen Beschwerden auf.
Beschwerden sichtbar machen und Rechte stärken
Ziel der Aktionswoche ist es, Diskriminierungserfahrungen und mögliche Grundrechtsverletzungen zu dokumentieren, Betroffene bei der Wahrnehmung ihrer Rechte zu unterstützen und strukturelle Probleme öffentlich zu machen. Auf Wunsch werden Beschwerden an geeignete Anlaufstellen vermittelt, darunter die LADG-Ombudsstelle, die Berliner Register sowie der Bürger- und Polizeibeauftragte des Landes Berlin.
Bestehende Anlaufstellen reichen nicht aus
Berlin benötigt eine Beschwerdestruktur, die auf die Lebensrealität obdach- und wohnungsloser Menschen zugeschnitten ist. Bestehende Beschwerdestellen können diese Aufgabe bislang nicht umfassend übernehmen. Zugangsbarrieren, fehlende aufsuchende Angebote und begrenzte personelle Ressourcen erschweren es Betroffenen, ihre Erfahrungen vorzubringen und Unterstützung zu erhalten.
„Wohnungslos zu sein heißt nicht, ohne Rechte zu sein.“ Mit diesem Anspruch verbinden die Initiator*innen der Aktionswoche ihre Forderung nach einer unabhängigen, niedrigschwelligen und bedarfsgerechten Beschwerdestelle für obdach- und wohnungslose Menschen in Berlin.
Petition fordert verbindliche politische Zusagen
Gefordert wird die Einrichtung einer solchen Beschwerdestelle verbindlich in den kommenden Berliner Koalitionsvertrag aufzunehmen und ihre Umsetzung zügig einzuleiten.
Die Beschwerdestelle soll:
- niedrigschwellig und gut erreichbar sein, auch telefonisch;
- aufsuchend, mehrsprachig und fachlich unabhängig beraten;
- Betroffene parteilich dabei unterstützen, ihre Anliegen zu vertreten und ihre Rechte wahrzunehmen – unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus;
- juristische Begleitung zur Rechtsdurchsetzung ermöglichen und mit zuständigen Stellen zusammenarbeiten;
- die Selbstwirksamkeit und Beteiligung obdach- und wohnungsloser Menschen stärken;
- durch Öffentlichkeitsarbeit strukturelle Missstände sichtbar machen und gesellschaftliche Veränderungen fördern.
Beschwerdestelle jetzt!
Grundrechte gelten für alle. Berlin braucht eine unabhängige Beschwerdestelle für obdach- und wohnungslose Menschen – jetzt!
Weitere Informationen und Petition
Berlin: Unabhängige Beschwerdestelle für obdach- und wohnungslose Menschen
Pressekontakt
Bálint Vojtonovszki
0176 46295877
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